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Linamin Linamin ist weiblich
Schülerin

Dabei seit: 04.04.2011
Alter: 26



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Weil John Boyne nicht weiß, was Recherche ist; weil er Kinder darstellt wie hirntote Toasts mit Käse; weil er keine Rücksicht nimmt auf Holocaustüberlebende; weil er nicht dazu in der Lage ist, ein tiefgründiges Ende zu schreiben, das man nicht mit Nazi-Ideologie verwechseln könnte. (Wer stirbt? Der deutsche Junge. Warum? Wegen dem Judenjungen. Beleidigt )



Weil's doof ist. (Ich und die Romantik, das ist nicht so...)

Und steinigt mich nicht, aber... . Weil Rowling in alten Mustern verbleibt, ihre Leser nicht wie denkende Erwachsene behandelt und immer wieder diese unangebrachten Wörter hervorzieht. Everyone "consults" their watches. Jedes. Einzelne. Mal.
Das, und ihr notorisches Gut/Böse-Schema. In Crime Fiction! Also mal ehrlich! Traurig
09.12.2014 21:15 Linamin ist offline Beiträge von Linamin suchen Nehme Linamin in deine Freundesliste auf
DoraThePan DoraThePan ist weiblich
Schülerin

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Dabei seit: 20.02.2012
Alter: 212
Herkunft: Münchhausen



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Der stirbt doch nicht wegen des Judenjungen. Und selbst wenn, wäre das noch keine Nazi-Ideologie. - Mir kommt es eigentlich eher wie Nazi-Ideologie vor, wenn man meint, das Problem und der tödliche Ausgang habe am Judenjungen gelegen, und nicht an den Mördern. (Ich will dir natürlich kein Nazitum unterstellen; wenn dann Unlogik).

Ich hab weder das Buch gelesen noch den Film gesehen, kenne aber grob den Inhalt, und der kommt mir sehr unglaubwürdig und unrealistisch vor.


Ich glaub, das habe ich mal gelesen, ist aber zu lange her.



Das werde ich gleich tun!


Böse Böse



Inwiefern behandelt sie denn ihre Leser nicht wie denkende Erwachsene? - Dass sie einige Redewendungen oft wiederholt, das kennt man ja auch aus den HP-Bänden, aber ich finde nicht, dass sie zu oft wiederholt werden. Teilweise wirken sie auch ein bisschen wie Leitmotive. - Aber was genau ist denn daran unangebracht, wenn sie Leute "consult their watches"? Sagt man das nicht in Englisch? Mir scheint es eine zu sein.



Und was für ein notorisches Gut/Böse-Schema? Wer genau ist denn gut und wer böse in The Cuckoo's Calling?
In HP fand ich gerade gut, dass sie das noch im ersten Band deutlich vorhandene Gut/Böse-Schema so nach und nach relativiert und teilweise sogar ganz auflöst; selbst Voldemort erscheint am Ende zwar in keiner Weise gut, aber doch als jemand, der wohl nie eine Chance hatte auf ein kleines bisschen glückliches Leben und deshalb so böse wurde.
13.12.2014 22:36 DoraThePan ist offline E-Mail an DoraThePan senden Beiträge von DoraThePan suchen Nehme DoraThePan in deine Freundesliste auf
Linamin Linamin ist weiblich
Schülerin

Dabei seit: 04.04.2011
Alter: 26



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Das ist ja gerade mein Punkt: Man kann die Geschichte sehr einfach so lesen, dass die Schuld an Brunos Tod an Shmuel liegt. Und das nicht bloß, weil Shmuel Bruno ins Lager geführt hat, sondern vor allem, weil die Existenz von Nazis und Juden so unter den Teppich gekehrt wurde. (Was, da wette ich mit dir, er sich bei der Geschichte des englisch-irischen Konflikts sicher nicht getraut hätte. Aber wozu sich an seine eigene Geschichte wagen, wenn er die anderer Länder verhunzen kann?)

Und es ist leider, leider, dass ich betonen muss, dass das nur einer meiner vielen und vieler wichtigerer Kritikpunkte an diesem Machwerk ist.

(Und mir Unlogik unterstellen? Da müsstest du dich schon auf eine extensivere Diskussion einlassen. Vor allem, du unterstellst mir Unlogik, und meinst "Mir kommt es eigentlich eher wie Nazi-Ideologie vor, wenn man meint, das Problem und der tödliche Ausgang habe am Judenjungen gelegen", wobei gerade die Einfachheit, es so zu interpretieren, der Punkt ist, weswegen ich meine, dass man es allzu leicht mit Nazi-Ideologie verwechseln kann.
Wenn du meine Antwort liest, dann lies sie diesmal bitte gründlicher, ja?)



Ist er auch. Wobei ich hörte, die Macher des Films hätten diesen realistischer gemacht und z.B. auch von der HJ und so gewusst. Was Boyne nun ja eher nicht hat...



Ich würde nicht empfehlen, es zu wiederholen. Ich hab's nicht mal für die Uni nochmal gelesen.



Mich nicht steinigen wirst du tun? Freut mich. Zunge raus



Sie unterstellt ihnen, das Gut/Böse-Schema zu brauchen, um eine Story verstehen zu können, unter anderem.
Ich erinnere mich an viel anderes konkretes leider nicht mehr. Ich würd's nochmal aufschlagen, aber dazu hab ich derzeit nicht die Zeit. Ich kann dir also nur sagen, welchen Eindruck ich hatte von dem Buch. In einigen Wochen komme ich vielleicht dazu, nochmal reinzuschauen.



Mir nicht. Und das Wiederholen ist auch gar nicht der Punkt.

Rowling verwendet in dem Buch Begriffe, die zwar ach so belesen klingen, aber den Lesefluss unterbrechen, weil sie, um es meinem Gefühl nach auszudrücken, zu sperrig sind. Eine der wichtigsten Lektionen, an die Autoren sich halten sollten, ist: Man sollte nicht mit einem sperrigen Begriff sagen, was man in etwas mehr Worten leicht sagen kann.
Sperrige Begriffe machen das Leseerlebnis holprig. Sie sind Schlaglöcher in den Sätzen. Nicht, weil der Leser sie nicht kennen würde, sondern weil sie nicht in den Satz gehören, der ohne sie viel angenehmer verlaufen würde.



Der Böse in TCC? Der Mörder. Wieso? Weil er, mal wieder, als nichts weiter bezeichnet wurde als als Psychopath. Anstatt sich mal nach einem Mordmotiv umzusehen, das nicht schon drölfzigtausend Mal von mehr oder weniger, vor allem weniger, talentierten Autoren durchgekaut, ausgespuckt und mit den Stiefeln zermatscht wurde.
Und der Gute? Cormoran Strike. Und lass es mich ehrlich sagen: Er ist genauso ein Arsch wie die meisten ihrer "guten" Charaktere, und das auf die unbeabsichtigte Weise. Die "Meine Charaktere sind fast schon Heilige, ihre Fehler sind nicht ihre Fehler"-Weise.

Gut/Böse-Schema in HP relativiert? Wir müssen verschiedene Bücher gelesen haben. Von Rowlings unbegreiflichen Interview-Aussagen mal ganz zu schweigen.

Das GBS (Sind mir um diese Zeit zu viele Buchstaben, das jedesmal auszutippen, sorry) kann nicht relativiert werden, solange die Autorin nicht die Verantwortungen auch da sieht, wo sie sind.
Beispiel: Harry ist gut, Gryffindor ist gut, Slytherin ist böse. Das ist das GBS, und der Fehler dafür liegt bei Harry, dem nicht ein einziges Mal klar wird oder gar gesagt wird, richtig gesagt wird, dass er ein ganzes Haus stereotypisiert, nur weil er genauso Vorurteile hat wie einige Slytherins sie haben.
Beispiel 2: Dumbledores pädagogische Unfähigkeit, seine ewigen Vorurteile und seine Hochnäsigkeit, gepaart mit seiner unlogischen Weltsicht, haben es verursacht, dass TMR zu Voldemort wurde. Dies wurde nie tatsächlich angesprochen. Stattdessen labert Rowling einen BS wie "Dutzende Psychologen würden Voldemort als Psychopathen diagnostizieren", "Kinder aus einem Liebestrank entstanden können nicht lieben", oder der absolute Vogelabschuss "Meropes Erziehung hätte TMR geändert" (Wobei die Frau nicht die Kapazitäten hatte, ein special needs child zu erziehen, gerade wenn es wirklich ein Psychopath wäre).
Beispiel-Unterpunkte:
1. Er hatte keine Ahnung, wie man mit einem Kind aus einem sozialen Brennpunkt, einem Waisenhaus, umgeht, und das nach Jahrzehnten der Arbeit in einem Internat. (Nun, Hogwarts ja verlangen, dass seine Lehrer etwas von Pädagogik verstehen sollen, aber sie verlangen ja nicht einmal ein Lehramts-Studium, und wer will denn bei solchen hohen Anforderungen da noch arbeiten?)
2. Dumbledores Vorurteile gegenüber Slytherins und Kindern mit Problemen (Wie Kinder die stehlen, lügen etc., obwohl das Warnhinweise sind, dass etwas nicht stimmt. Und nein, das ist kaum jemals Psychopathie, das sind vor allem in Waisenhäusern Vernachlässigung und Lieblosigkeit, und in Waisenhäusern von damals auch gerne mal eine kalte Erziehung). Seine Vorurteile gegenüber TMR als Person. Und dann hat er schon eine Ahnung, dass da was nicht stimmt, und konfrontiert den Jungen nie, sondern lässt ihn machen, in der Annahme, es würde sich alles schon richten. Diese Einstellung führt doch fast zwangsläufig zu einer Eskalation.
3. Dumbledores Hochnäsigkeit, es immer besser zu wissen. Führt zu:
4. Seine unlogische Weltsicht, dass jeder seinen Pfad selber wählen kann, obwohl das nur möglich ist, wenn man die möglichen Pfade auch kennt. Ein Kind, das vernachlässigt wurde, und das in seinem Leben keine Liebe erfahren hat, wird es schwerer oder sogar unmöglich haben, den Pfad zu sehen, dessen Entscheidungen zu einem guten Leben für das Kind selbst und für sein Umfeld führen werden.
Und von der Tatsache, dass er Dippet überzeugte, TMR in den Sommerferien zurück nach London zu schicken, obwohl da ein Weltkrieg(!) tobte, will ich gar nicht erst anfangen.

Und kommen wir zu Beispiel 3: Dumbledore, der Voldemort durch seine Behandlung TMRs und dessen Problemen erschaffen hat, stellt sich über die Regierung, arbeitet nie mit denen zusammen, gründet eine Untergrundorganisation, und dann schickt er ein Kind in den Krieg gegen Voldemort.

Das GBS in der HP-Reihe ist deutlich. Und es frustriert mich. Frustrieren tut mich da auch, dass Rowling versucht hat, es aufzulösen, und sich dabei verrannt hat, weil sie die Geschichte verändert hat, um sie an ältere Zielgruppen anzupassen, und dies dazu führte, dass die Geschichte gespickt war mit Logikfehlern und einer moralisch fragwürdigen Implikation nach der anderen. Man kann sein Zielpublikum nicht ändern, ohne dass die Geschichte inhaltliche Mängel erleidet. Jedenfalls nicht ohne wirkliche Planung. Und planen, nun, ist so sehr Rowlings Stärke nich.

Es freut mich, dass du da mehr Lichtblick hast. Aber ich habe meine Meinung lange und gründlich durchdacht und ich bleibe bei ihr.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Linamin: 21.12.2015 02:49.

21.12.2015 02:43 Linamin ist offline Beiträge von Linamin suchen Nehme Linamin in deine Freundesliste auf
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