Die dramaturgische Symmetrie der Harry-Potter-Reihe      |
Schätzelein

Schülerin

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| Die dramaturgische Symmetrie der Harry-Potter-Reihe |
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Im März hat amenophis eine wunderbare Kolumne zum symmetrischen Aufbau der Harry-Potter-Bände veröffentlicht.
Die Thesen darin finde ich so interessant und überzeugend, dass ich es sehr schade fände, wenn wir über diesen Ansatz nicht weiter spekulieren würden. Da ich aber noch keinen Thread gefunden habe, der diese Theorie aufgegriffen oder weitergeführt hätte - hier ist er.
Der Einfachheit halber und für alle, die den Artikel noch nicht gelesen haben, stelle ich vorweg noch einmal die komplette Kolumne von amenophis vor. Mal sehen, welche Ergänzungen uns dann zu den einzelnen Buchpaaren und ganz besonders zum Buchpaar 1/7 einfallen.
Aber jetzt erst mal die Kolumne als Vollzitat:
Harry Potter und die Symmetrie
von amenophis (Karin)
Nachdem das Erscheinen von Band 7 in greifbare Nähe gerückt ist, wird es Zeit, einmal einen Blick auf die Harry-Potter-Serie als Ganzes zu werfen. Schließlich war sie im Gegensatz zu manch anderen Serien, zu denen immer wieder noch ein Band dazukommt von vornherein auf sieben Bände ausgelegt, und Joanne K. Rowling selbst hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass sie Vieles, bis hin zum allerletzten Wort, von Anfang an detalliert geplant hat. Dies leuchtet auch ein, denn man kann nicht einfach sieben Bücher hintereinanderreihen und hoffen, dass sich der Zusammenhalt schon von selbst ergibt. Vielmehr hat sich Rowling als Meisterin im Verschlingen von Handlungssträngen und Verzahnen von Motiven erwiesen, die zu entwirren gerade einen der besonderen Reize der Bücher ausmacht. Doch über die inhaltliche Planung hinaus bin ich der Meinung, dass die Harry-Potter-Serie nach einem ganz bestimmten Konzept aufgebaut ist, für das die sieben Schuljahre nur den äußeren Rahmen darstellen.
Seit dem fünften Buch zeichnet sich ab, dass die sieben Bände einem symmetrischen Aufbau folgen, bei dem Band 4 in der Mitte einen gewissen Höhe- und Umkehrpunkt darstellt. Wen das jetzt an das klassische Drama erinnert, der hat ganz recht: genau da habe ich die Idee her, aber ich hoffe, der Idee hier ein paar Aspekte abzugewinnen, die über dröge Erinerungen an den Deutschunterricht hinausgehen. Nur zur Erinnerung: Beim Drama sind es meist fünf Akte, die in Form einer Pyramide so angeordnet sind, dass die ersten beiden die Handlung entwickeln und auf einen Höhepunkt, die "Spitze" der Pyramide im dritten Akt, zuführen. Von hier aus nimmt die Handlung eine neue Wendung und strebt auf den Schluss zu. (Vgl. Gero von Wilpert, Sachwörterbuch der Literatur, "Akt") Man könnte auch sagen, eine spiegelbildliche Anordnung, bei der der dritte Akt quasi der Spiegel ist. Ihr könnt sicher sein, dass Rowling als studierte Romanistin dieses Schema kennt. Nur hat sie es erweitert auf sieben "Akte", von denen der Vierte den Mittelpunkt darstellt. Und natürlich folgt auch nicht jedes Detail diesem Schema, schon allein deshalb, weil die Harry-Potter-Bücher wesentlich komplexer sind als ein an einem Abend aufzuführendes Theaterstück.
Wenn also meine These zutrifft, dann steht Band 4 etwas isoliert in der Mitte, um die herum sich jeweils die Bände 3 und 5, 2 und 6 und schließlich 1 und 7 gruppieren. Ich war selbst überrascht, wie viele Entsprechungen dies bestätigen, und sicher lassen sich noch weitaus mehr finden. Im Einzelnen habe ich mir die folgenden Aspekte daraufhin angeschaut: Voldemort, Harry, sonstige Personen, Orte, Weiteres.
Band 4
"Harry Potter und der Feuerkelch" nimmt in mehrfacher Hinsicht eine Sonderstellung ein. Schon die Quidditch-WM zu Anfang ist ja selbst für Zaubererverhältnisse etwas Besonderes, und von da an jagt ein merkwürdiges Vorkommnis das andere. Mehr noch als Harry, der zunächst aufgrund seiner schmerzenden Narbe nur ahnen kann, dass sich mit Vodemort eine Veränderung anbahnt, wird der Leser vom ersten Kapitel an auf das zentrale Ereignis und den Wendepunkt der Serie hingeführt: die Rückkehr Voldemorts, die sich im weiteren Verlauf des Buchs unter anderem im Erscheinen des Dunklen Mals, dem Verschwinden von Bertha Jorkins, dem Tod Barty Crouchs und nicht zuletzt in Harrys rätselhafter Auswahl für das Trimagische Turnier ankündigt. Von nun an wird alles anders: während die ersten drei Schuljahre eine relativ friedliche Zeit darstellen, wird das Umfeld ab dem nächsten Buch düsterer, geprägt von zunehmender Unsicherheit und Gewalt.
Harry selbst, der Voldemorts Rückkehr bisher mit der ihm eigenen Mischung aus Instinkt und Zufall verhindern konnte, wird von nun an auf seine eigentliche und, wie wir später erfahren, von Anfang an vorherbestimmte Aufgabe zugeführt, Voldemort für immer zu vernichten. Bereits jetzt ist er stärker von seinen Mitschülern isoliert denn je, zunächst durch seine Ausgrenzung als "unerwünschter" Turnierteilnehmer, dann durch seine damit verbundene Sonderstellung: keine Abschlussprüfungen, dafür aber die drei Aufgaben des Turniers, die im Nachhinein fast wie eine Generalprobe für den Kampf gegen Voldemort anmuten und die anstatt der Routine des Schuljahres den Ablauf des gesamten Buchs bestimmen.
So stellt sich Band 4 als ein einziger Höhepunkt dar, und tatsächlich schauen wir auch erstmals, sozusagen bildlich von der Spitze der Pyramide aus, wie von einem Aussichtspunkt auf die Zaubererwelt außerhalb Großbritanniens, die bisher allenfalls in den Tätigkeiten Bills und Charlies vage angedeutet wurde, nun aber u.a. im bunt gemischten Publikum der Quidditch-WM, der Abteilung für Internationale Magiezusammenarbeit und natürlich den Schülern und Lehrern aus Beauxbatons und Durmstrang konkret sichtbar wird. Hierzu kommt noch in der dritten Aufgabe das Labyrinth, unter anderem ein Symbol für die Welt.
Band 3/5
Die Bände 3 und 5, die sich zuinnerst um das zentrale vierte Buch gruppieren, stellen gewissermaßen Einschübe in die Haupthandlung die Bekämpfung Voldemorts dar, die in beiden Büchern weitgehend ruht. Band 3 ist derjenige, in dem Voldemort am wenigsten auftaucht, er ist sozusagen passiv und kommt erst in der Prophezeihung gegen Ende wieder vor. Auch in Band 5 ist Voldemort die meiste Zeit nicht direkt an der Handlung beteiligt. Zwar versucht er, mithilfe seiner Todesser an die Prophezeihung zu gelangen, jedoch vermeidet er es tunlichst, dabei das mindeste Aufsehen zu erregen. Die Mehrheit der Zaubererwelt glaubt nach wie vor nicht an seine Rückkehr.
Statt Voldemort ist Sirius die zentrale Figur in beiden Büchern, bei Band 3 sogar ausdrücklich im Titel als der Gefangene von Askaban. Die gesamte Handlung rankt sich um Sirius, auch wenn der Leser in gekonnter Rowlingscher Manier zunächst über dessen eigentliche Zugehörigkeit in die Irre geführt wird. In Band 5 ist seine Bedeutung offensichtlich. Doch während Sirius in Band 3 aus Askaban flieht, ist er in Band 5 ein Gefangener in seinem eigenen Haus, das er nicht verlassen kann, weil er immer noch vom Zaubereiministerium gesucht wird.
Auch das Ministerium spielt in beiden Büchern eine wichtige, wenn auch entgegengesetzte Rolle: Während es im 3. Buch ungeahnte Nachsicht walten lässt und immer wieder eingreift, um Harry auf jede erdenkliche Weise zu schützen, versucht es im 5., ihn als unbequemen Störenfried aus der magischen Welt auszugrenzen. Die Ereignisse am Anfang sind dafür jeweils bezeichnend: In Band 3 gebraucht Harry tatsächlich ohne triftigen Grund (im Sinne des Zauberergesetzes) unerlaubt Zauberei, um seine Tante aufzublasen, aber keiner nimmt ihm das weiter übel; im Band 5 handelt er völlig legal aus Notwehr, aber fast niemand glaubt ihm und wie wir später erfahren, wurde diese Situation sogar von Umbridge geplant und herbeigeführt.
Eine weitere Entsprechung im Personal der Bände 3 und 5 ist Professor Trelawney, die in Band drei zunächst als eine Art groteske Nebenfigur auftaucht. Erst am Ende von Band 5 erfahren wir, dass sie durch die zentrale Prophezeihung eine weitaus wichtigere Rolle spielt. Auch die Dementoren werden im 3. Band eingeführt. Sie sowie Harrys dort mühsam antrainierte Fähigkeit, sie durch einen Patronus-Zauber zu bekämpfen, werden in der zentralen Szene zu Anfang von Band 5 wieder wichtig.
Ein Detail, das nicht sofort ins Auge fällt, sind die geheimen Gesellschaften. In Band 5 gibt es gleich zwei davon, den Phönixorden und Dumbledores Armee, die beide auf nicht ganz erlaubte Weise Voldemort bzw. die Dunklen Künste bekämpfen. Eine Parallele zu Band 3 lässt sich hier nur andeutungsweise ziehen, aber ich meine, dass die "Herumtreiber" dort zumindest eine entfernte Verwandtschaft zu ihnen aufweisen: Auch sie waren ein geheimes Grüppchen, das sich zu nicht ganz legalen Zwecken (wenn auch in dem Fall privater Natur) zusammengeschlossen hatte. Auch sie haben dabei etwas – zumindest für Harry äußerst Nützliches produziert, nämlich die Karte des Rumtreibers.
Band 2/6
Noch mehr Parallelen gibt es zwischen Band 2 und Band 6. Vielleicht die auffälligste: In beiden taucht Voldemort vor allem in der Gestalt von Tom Riddle auf. In Band 2 erfahren wir erstmals etwas über den ursprünglichen Namen und die Jugend Voldemorts, in Buch 6 stellt diese ein zentrales Thema dar. In diesem Zusammenhang ist auch beide Male Harrys Fähigkeit wichtig, Parsel zu sprechen, ohne die er weder die Kammer des Schreckens öffnen, noch Tom Riddles Familie, die Gaunts, verstehen könnte.
Eine weitere Figur, die in Band 2 erstmals wichtig wird, ist Ginny, die dort wesentlich an der Öffnung der Kammer des Schreckens beteiligt ist und dann in Band 6 wieder eine Hauptrolle spielt. Außerdem habe ich den Eindruck, dass auch Lockhart und Slughorn als Pendants angelegt sein könnten. Beide sind irgendwie groteske Gestalten und jeweils auf ihre Art von Ruhm und Eitelkeit besessen, und beide profitieren dabei von Anderen: Lockhart, der mit den Taten anderer Zauberer hochstapelt und sich deren Ruhm zueigen macht, und Slughorn, der sich durch seine Kungeleien sozusagen eine Scheibe von anderer Leute Berühmtheit abschneidet.
Dumbledore schließlich ist zwar in bisher allen Büchern wichtig, aber es fällt doch auf, dass er in Band 2 sagt, er werde Hogwarts erst dann wirklich verlassen, wenn niemand mehr an ihn glaube, und dass Harry am Ende von Band 6 genau diesen Satz Rufus Scrimgeour gegenüber wiederholt, nachdem Dumbledore durch seinen Tod Hogwarts tatsächlich verlassen hat ("'Er [Dumbledore] wird nur dann nicht mehr in der schule sein, wenn ihm hier keiner mehr treu ist', sagte Harry und lächelte unwillkürlich." - Harry Potter und der Halbblutprinz, S. 652). Beide Male sind es übrigens die Malfoys, die Intrigen spinnen, um Dumbledore aus Hogwarts zu entfernen: Während Lucius’ Versuch in Band 2 scheiterte, ist sein Sohn Draco mit Snapes Hilfe in Band 6 schließlich erfolgreich.
Die Entsprechungen setzen sich fort auf der Ebene der Handlung, in deren Mittelpunkt sowohl in Band 2 als auch in Band 6 ein Buch steht! Dabei sind sowohl Tom Riddles Tagebuch als auch das Buch des Halblutprinzen von schwarzer Magie durchdrungen, die aber erst im Lauf der Zeit erkennbar wird. Doch die Handlung ist an dieser Stelle noch raffinierter verschlungen: ein zentrales Thema in Buch 6 sind die Horkruxe, und bei dieser Gelegenheit erfahren wir, dass Riddles Tagebuch ebenfalls ein Horkrux war. Doch während Harry das Tagebuch am Ende von Band 2 unbrauchbar macht, erweist sich der mühsam erlangte Horkrux am Ende von Buch 6 als falsch.
Kommen wir zu den Örtlichkeiten. Dabei fällt zunächst einmal der Laden von Borgin & Burkes auf, in den Harry zu Anfang von Band 2 durch sein Missgeschick mit dem Flohpulver gerät. Dass das Opalcollier und die Hand des Ruhms, deren fatale Eigenschaften bei dieser Gelegenheit wie zufällig erwähnt werden, in Band 6 plötzlich eine wichtige Funktion bekommen, gehört zu den Überraschungen, die Rowlings Verknüpfungen so besonders raffiniert machen. Aber damit nicht genug: Ich finde, dass auch die Orte, an denen beide Handlungen gipfeln, sehr viel gemein haben: Sowohl bei der Kammer des Schreckens als auch bei der Höhle im Halbblutprinzen handelt es sich um geheime, unterirdische, durch dunkle Zauber geschützte Orte, die nur unter Zuhilfenahme von höchst fortgeschrittener Magie betreten werden können. Beide bergen große Gefahren und werden von dunklen Wesen bewacht dem Basilisken bzw. den Inferi.
Bei so vielen Gemeinsamkeiten übersieht man fast, dass die Handlung in beiden Büchern von mehreren Mordversuchen durchzogen wird. In Band 2 entgehen die Opfer ihrem Schicksal durch Versteinerung, in Band 6 durch andere glückliche Zufälle, wobei jedes Mal eine Person aus Harrys engstem Umfeld betroffen ist: Hermine wird versteinert, Ron beinahe vergiftet. Doch während der tatsächliche Mord, auf den diese Versuche hinauslaufen, am Ende von Band 2 verhindert und Ginny gerettet wird, ist die Intrige gegen Dumbledore schließlich erfolgreich. Oder ist sein Gegenstück in Buch 2 der dem Tagebuch entstiegene Riddle, der von Harry im letzten Moment vernichtet wird?
Sozusagen eine Nebenfigur, die sich aber auch exakt in dieses Schema einfügt ist Aragog, der, im 2. Band eingeführt, im 6. sein natürliches Ende findet, nicht ohne jeweils mehr oder weniger direkt dafür gesorgt zu haben, dass Harry eine entscheidende Information bekommt: im einen Fall über Hagrid und das Monster Slytherins, im anderen Slughorns Erinnerung. Vielleicht ist es ja kein Zufall, das die Spinne in vielen Kulturen ein Symbol des Schicksals ist.
Band 1/7
Bezüglich der Entsprechungen zwischen Band 1 und 7 eine Aussage zu treffen, ist wesentlich schwieriger: In Band 1 wird ja schließlich fast alles neu eingeführt, und über Band 7 können wir vorläufig nur spekulieren. Aber vielleicht lassen ja einige der bisherigen Ereignisse und Erkenntnisse gewisse Schlussfolgerungen zu. Zum Beispiel können wir nach dem bisher Gesagten davon ausgehen, dass viele der in der ersten Hälfte des Zyklus aufgeworfenen Fragen in der zweiten wieder aufgegriffen und beendet werden, und Rowling selbst hat ja ich glaube, anlässlich des Erscheinens von Buch 6 schon angedeutet, dass Vieles noch zuende geführt werden muss. Die Fragestellung lautet also: Was ist in Band 1 wichtig genug, um in Band 7 wieder aufgegriffen zu werden, und welche Handlungsstränge wurden angelegt, die noch abgeschlossen werden müssen?
Am wichtigsten ist natürlich Voldemort. Die Handlung beginnt insgesamt damit, dass Harry ihn zumindest für die nächsten 14 Jahre vernichtet, und ich glaube, dass sie zum Schluss auch damit enden wird. Schon deshalb, weil es zu deprimierend wäre, das personifizierte Böse über sieben Bücher hinweg zu bekämpfen, um es am Ende dann doch siegen zu lassen. Dies würde ja bedeuten, dass sich der Widerstand letzten Endes nicht lohnt, und das wäre meines Erachtens weder Rowlings Stil, noch würde es mit den anderen Büchern übereinstimmen (ich denke da z.B. an Sirius Aussage in Band 5, dass es Dinge gibt, für die zu sterben es sich lohne).
Ob dies nun auch für Harry gelten wird oder nicht, müssen wir wohl einfach abwarten. Ein in diesem Zusammenhang auf jeden Fall wichtiges Motiv, das von Anfang an thematisiert wird und sich ja auch durch alle Bände zieht, ist seine Narbe. Ich denke, dass sie für die Vernichtung Voldemorts noch einmal eine wichtige Rolle spielen wird. Immerhin wissen wir, dass das letzte Wort der englischen Fassung 1999 noch "scar" (Narbe) war wie Joanne K. Rowling in einem Interview herausstellte (Ob das noch immer so ist: Wer weiß?) und nachdem sich in den anderen Büchern so viele unauffällige Hinweise im Nachhinein als wichtig herausgestellt haben, könnte ich mir vorstellen, dass das auch für Dumbledores anfängliche Bemerkung McGonagall gegenüber zutrifft, es gäbe Narben, die sehr nützlich sein könnten.
Auch das Rätsel um Snape ist noch nicht gelöst. Dass er wirklich wichtig ist, wissen wir spätestens seit Band 6, in dem er eine Hauptrolle spielt (er ist immerhin die Titelfigur, der Halbblutprinz). Ich suche auch nach wie vor eine Erklärung für die Stelle in Band 1, als Harry an seinem ersten Abend in Hogwarts in der großen Halle Snapes Blick begegnet, woraufhin seine Narbe brennt. Das geschieht später nur noch in der Nähe bzw. unter dem Einfluss Voldemorts. Wie nah steht Sape diesem wirklich? Dumbledore hält es einmal für wichtig, dass Harry eine gewisse Ähnlichkeit mit Voldemort hat: Seine schwarzen Haare, die Tatsache, dass er ein Halbblut ist. Das trifft aber alles auch auf Snape zu! Im ersten Band beschützt Snape Harry, als Quirrel dessen Besen verhext wird er etwas Vergleichbares im letzten Buch wieder tun? Wie haltbar ist das Band, das zwischen zwei Zauberern dadurch entsteht, das einer dem anderen das Leben rettet? Auf welcher Seite auch immer Snape letzten Endes steht, ich erwarte mir hier noch einigen Aufschluss.
Außer den Hauptpersonen steht meiner Meinung nach für mindestens zwei Nebenfiguren noch eine Lösung aus: Von Ollivander, den wir in Band 1 kennenlernten, haben wir in Buch 6 erfahren, dass er verschwunden ist. Ob er nun von den Todessern entführt wurde oder nicht, als der Hersteller von Harrys und Voldemorts Zauberstab ist er zu bedeutend, um einfach so sang- und klanglos abzutreten. Überhaupt wird die bereits in Band 1 angesprochene Verwandtschaft der Zauberstäbe, die bezeichnenderweise im mittleren vierten Band schon einmal zum Tragen kam (und zwar zu Harrys Vorteil!) sicher auch für das finale Duell eine entscheidende Rolle spielen.
Und gegen Ende des ersten Bandes, in der Szene im Verbotenen Wald, rettet Firenze Harry das Leben. Nicht nur dadurch ist er wichtig, sondern auch, weil er seither immer wieder aufgetaucht ist. Ich halte ihn für einen der Todeskandidaten, denn im Grunde ist er jetzt schon eine tragische Gestalt, von seiner Herde und aus seinem Umfeld verstoßen, wohin er nicht zurückkehren kann. Und einmal ehrlich: Ist es eine Perspektive für einen Zentauren, den Rest seines Lebens in einem (wenn auch verzauberten) Klassenzimmer zu verbringen?
Was die Orte betrifft, so denke ich, dass wir auf jeden Fall mit zweien fest rechnen können: Von Godrics Hollow, das gleich im ersten Kapitel von Band 1 erwähnt wird, wissen wir bereits, dass Harry den Ort besuchen will, und es ist sehr wahrscheinlich, dass der Ort dann auch irgendeine Bedeutung für den weiteren Fortgang der Handlung haben wird. Und natürlich Hogwarts, ob das nun etwas mit dem Titel "The Deathly Hallows" zu tun hat oder nicht und ob Harry nun zum letzten Schuljahr zurückkehren wird oder nicht. In einem Interview anlässlich des dritten Films sagte Rowling auch einmal etwas von einem Friedhof in Hogwarts, der noch wichtig werden sollte und deshalb nicht im 3. Film vorkommen durfte das 7. Buch wäre hierfür die letzte Gelegenheit. Ein solcher Ort wäre dann möglicherweise ein Pendant zu der unterirdischen Verbindung zum See, durch die die Erstsemester in den Booten erstmals in das Schloss kommen.
Mit zwei magischen Gegenständen rechne ich auch noch ganz sicher. Schon im 1. Buch bekommt Harry von Dumbledore den Unsichtbarkeitsumhang zurück, den sein Vater bei diesem zurückgelassen hatte. Und auf ihrer Homepage sagt Rowling ja ausdrücklich, dass der Grund hierfür eine der zentralen Fragen für Buch 7 darstellt. Und ich meine auch mich zu erinnern, dass sie bei irgendeiner Gelegenheit etwas zu dem magischen Spiegel gesagt hat, den Sirius Harry in Band 5 zusteckt. Wo ist der zweite geblieben? Fest steht, dass es in Band 1 schon einmal einen wichtigen magischen Spiegel gab, ohne den wesentliche Ereignisse nicht hätten stattfinden können: den Spiegel Nerhegeb.
Womit wir wieder bei unserem Ausgangspunkt wären, der Spiegelsymmetrie in den sieben Harry-Potter-Büchern.
Inwieweit ich mit meinen Annahmen zu Band 7 Recht habe, könnt ihr ja bald nachprüfen ich bin selbst schon gespannt. Bis dahin viel Spaß beim Spekulieren und bei der Suche nach weiteren Entsprechungen!
Zitat Ende.
Was mir direkt zur Paarung Band 1/7 einfiel, ist das Motiv des Steins der Weisen. Im ersten Band ist er Titel gebend und taucht in sehr "materieller" Form auf. Wenn wir davon ausgehen, und das tue ich hundertprozentig, dass mit der HP-Reihe eine klassische "Reise des Helden" beschrieben wird, ist der Titel des ersten Bandes Programm für alle folgenden. Harry Potter und (die Suche nach dem) der Stein der Weisen, der ja für nichts anderes als die Selbstfindung/Selbsterkenntnis eines Menschen als höchstem Ziel steht, ist das, worum es letztlich in der Reihe geht. (Siehe auch die alchemistische Theorie zu den Bänden.) Harry ist durch alle Bände durch auf dem Weg zur Selbsterkenntnis, auf dem Weg zu seinem persönlichen "Stein der Weisen".
Die Tatsache, dass Harry im ersten Band erfolgreich war und die "materielle Ausgabe" des Steins zu finden in der Lage war, gibt, neben vielen anderen guten Gründen, Anlass zur Hoffnung, dass er die gesteigerte Form, die "spirituelle Ausgabe" des Steins nach den vielen Abenteuern, Herausforderungen und Lernschritten auf seinem (Selbstfindungs)Weg durch die Bände ebenfalls finden wird. Für mich ein sehr deutliches weiteres Indiz dafür, dass er überleben wird. (Auch wenn ich der festen Überzeugung bin, dass er vorher noch mal in die "Unterwelt" wird abtauchen müssen, wir also vielleicht eine Zeit lang glauben werden, er wäre "tot" - und sei es nur im übertragenen Sinn. Er wird aber ganz bestimmt wieder "auftauchen"
)
Und sieht man die finalen Ereignisse im ersten Band als "materielle" Stufe (materieller Stein der Weisen, materieller Spiegel Nerhegeb), so möchte ich spekulieren, dass die "spirituelle Stufe" des siebten Bandes sich auch auf das Nerhegeb-Spiegelmotiv beziehen wird. Kein Spiegel aus Metall und Glas, sondern der klare Blick auf und die Erkenntnis über sein "Spiegelbild" Voldemort alias Tom Riddle (übersetzt etwa das "Zwillingsrätsel"
@ Bernhard Nowak, der diese allgemeine und sich durch die Bände ziehende Zwillingsthematik immer wieder aufgegriffen und erläutert hat) werden Harry zur Selbsterkenntnis führen und ihn damit den "spirituellen Stein der Weisen" finden lassen.
Meine erste spekulative Ergänzung zur Symmetrie 1/7 lautet also:
Band 1: materieller Stein der Weisen und materieller Spiegel Nerhegeb in Symmetrie zu Band 7: spiritueller Stein der Weisen (Selbsterkenntnis Harrys), die er (nur) mit Hilfe des "spirituellen" Spiegels Tom Riddle/Voldemort erlangen kann und wird.
Voldemort ist also nicht nur Harrys größter Feind, er ist vor allem Harrys größte Chance!
EDIT:
Meine zweite Spekulation zu 1/7 bezieht sich auf die Titel, wobei wir beim siebten Band ja noch nicht wirklich wissen, worum es dem vielschichtig deutbaren Titel nach tatsächlich geht. Falls JKR allerdings die Symmetrie der Handlung bis in die Titel betrieben haben sollte, so läge die Spekulation nahe, dass der Titel von Band sieben vielleicht als Gegensatz zum Titel Band eins angelegt wurde bzw. gesehen werden könnte.
Also: Der "Stein der Weisen" als ein "Gegenstand", der ewiges Leben bringen kann, als Spiegelbild zu den "Deathly Hallows", die dann als Tod bringende Gegenstände/Reliquien (Horkruxe?) gedeutet werden könnten?
__________________ "When too perfect, lieber Gott böse."
Nam June Paik

Dieser Beitrag wurde 6 mal editiert, zum letzten Mal von Schätzelein: 17.03.2007 17:55.
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17.03.2007 13:14 |
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Polaris
Schüler

Dabei seit: 21.01.2006
Herkunft: o,7 Grad vom Himmelsnordpol
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| RE: Die dramaturgische Symmetrie der Harry-Potter-Reihe |
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Erstmal danke für den tollen Thread
, mir ist nämlich diese sehr lesenswerte Kolumne irgendwie "dadurchgeflutscht"
| Schätzelein: |
Meine erste spekulative Ergänzung zur Symmetrie 1/7 lautet also:
Band 1: materieller Stein der Weisen und materieller Spiegel Nerhegeb in Symmetrie zu Band 7: spiritueller Stein der Weisen (Selbsterkenntnis Harrys), die er (nur) mit Hilfe des "spirituellen" Spiegels Tom Riddle/Voldemort erlangen kann und wird.
Voldemort ist also nicht nur Harrys größter Feind, er ist vor allem Harrys größte Chance! |
Ich sehe das ähnlich: Voldemort ist Harrys "dunkler Zwilling", so wie auch die Zauberstäbe Zwillinge sind und dieses Thema sich wie ein roter Faden durch die HP-Bände zieht.
Für mich muss Harry im "spirituellen Spiegel" Tom Riddle erkennen, was ihn und Tom außer Äußerlichkeiten, die Harry ja schon in der "Kammer des Schreckens" auffielen, verbindet: derzeit ist das leider Harrys Haß (auf Snape).
Aber Harry ist ja nicht LV, sondern eine eigenständige Persönlichkeit, und beide trennt ja auch einiges: Harry hat "Lilys Augen", d.h. ihre Fähigleit zu lieben und mit anderen Menschen mitzufühlen, so wie sie das in der "Schlimmsten Erinnerung" Snapes bewiesen hat.
Ich fürchte, dass Voldemort versuchen wird, Harry an seiner derzeitigen einzigen Schwachstelle zu packen - nämlich dem Haß auf Snape - um Harry zur Rache zur verführen und ihn damit - wie der Imperator in "Star Wars" es mit Anakin Skywalker gelungen ist - vom Opfer zum Täter zu machen und ihn somit auf seine Seite zu ziehen.
Damit sind wir wieder bei der Symmetrie von Band 1 und Band 7: Voldemort hat es ja bereits im "Stein der Weisen" mit derselben Bestechung versucht wie obengenannter Imperator: dem Versprechen, geliebte Personen unsterblich zu machen bzw. vom Tode zurückzuholen. Harry ist im 1. Band nicht darauf hereingefallen, und er wird Voldemorts neues und auf Harrys Gefühlslage nach den Ereignissen im "Halbblutprinzen" hin deutlich verbessertes Bestechungsangebot ganz sicher ebenfalls ausschlagen!
__________________ Please don't attempt to stop continental drift on your own!
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Polaris: 17.03.2007 17:18.
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17.03.2007 17:17 |
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Schätzelein

Schülerin

Dabei seit: 26.10.2006
Alter: 48
Herkunft: Essen
Themenstarter
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| RE: Die dramaturgische Symmetrie der Harry-Potter-Reihe |
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@Polaris: ich stimme dir da voll zu.
Aber um die Symmetriesuche noch mal zu ergänzen, einige Überlegungen zu Band 4 als Höhepunkt:
Da es in der ganzen Reihe um die Spiegel- oder Zwillingthematik geht und letztlich um die Vereinigung der Gegensätze, ist der Titel von Band vier unter diesem Aspekt wirklich erstaunlich, denn er symbolisiert nichts anderes als die gelungene Verbindung der großen Gegensätze Feuer und Wasser.
Wie ja schon in diversen Threads festgestellt wurde, bedient sich JKR sehr stark der Elementesymbolik (Feuer, Wasser, Erde, Luft). Dabei steht das Wasser (mit seinem zugehörigen Symbol, dem Kelch) für das Haus Slytherin und damit für Voldemort, und das Element Feuer wird dem Haus Gryffindor und damit Harry zugeordnet. Die Gegensätze: Voldemort/Harry = Slytherin/Gryffindor = Wasser (Kelch)/Feuer. Und eine "Übersetzung" der Vereinigung dieser Gegensätze ergibt dann den "Feuerkelch"! (Dass der "echte" Kelch im Band Helga Hufflepuff zugeschrieben wird, kann man als einen Teil einer ausgetüftelten Vertauschung der Symbole sehen. Dies wurde aber in einem anderen Thread bereits ausführlich erläutert.)
Und noch etwas, dass den vierten Band als Mittelpunkt der Reihe kennzeichnet: Nach der These der alchemistischen Theorie durchläuft Harry während der sieben Bände/sieben Jahre die alchemistischen Farbstufen Schwarz, Weiß, (und demnächst vermutlich) Rot auf dem Weg zur Selbstfindung/dem "Stein der Weisen". In Band vier durchläuft Voldemort bei seiner "Wiederauferstehung" genau diese Farbstufen im Zeitraffer - allerdings in umgekehrter Farb-Reihenfolge! (Auch dies habe ich an anderer Stelle ausführlich beschrieben.)
Und auch unter dem Aspekt der "Vereinigung der Gegensätze" sehr schön zu lesen, finde ich die Szene der "Blutsbrüderschaft" zwischen Voldemort und Harry. Gegensatz/Zwilling/Blutsbruder/Spiegelbild, all dies sind Tom und Harry. (Bleibt die Frage: wo ist Dick?)
__________________ "When too perfect, lieber Gott böse."
Nam June Paik

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Schätzelein: 17.03.2007 17:48.
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17.03.2007 17:45 |
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Mumu

Schülerin

Dabei seit: 05.08.2006
Alter: 32
Herkunft: Andernach, RHLP
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| RE: Die dramaturgische Symmetrie der Harry-Potter-Reihe |
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Hallo :-)
also ich fand den Aufsatz ziemlich interessant, wobei ich eigentlich solche Dinge immer gerne lese... Mir ist allerdings etwas aufgefallen, als die Verfasserin von Snape schreibt.
| Zitat: |
Original von Schätzelein
Band 1/7
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Auch das Rätsel um Snape ist noch nicht gelöst. Dass er wirklich wichtig ist, wissen wir spätestens seit Band 6, in dem er eine Hauptrolle spielt (er ist immerhin die Titelfigur, der Halbblutprinz). Ich suche auch nach wie vor eine Erklärung für die Stelle in Band 1, als Harry an seinem ersten Abend in Hogwarts in der großen Halle Snapes Blick begegnet, woraufhin seine Narbe brennt. Das geschieht später nur noch in der Nähe bzw. unter dem Einfluss Voldemorts. Wie nah steht Sape diesem wirklich? |
Ich persönlich bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass Harrys Narbe weg getan hat, da neben Prof. Snape Prof. Quirrel gesessen hat, so wie es auch im Film zu sehen ist.
| Harry Potter SDW, S.139, Dt. Ausgabe: |
Es geschah urplötzlich. Der hakennasige Lehrer blickte an Quirrels Turban vorbei direkt in Harry Augen und ein scharfer, heißer Schmerz schoss plötzlich durch Harrys Narbe. |
Gut, diese Szene kann so oder so ausgelegt werden. Aber ich denke eher, der Schmerz in Harrys Narbe liegt an Voldemort im Hinterkopf von Quirrel.
So, das war's für's erste mal für mich .... BWL wartet ...
__________________ klik

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17.03.2007 18:06 |
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Marisol

Schülerin

Dabei seit: 12.01.2007
Alter: 29
Herkunft: Göttingen
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Erst einmal danke für diesen tollen Aufsatz, den ich sehr aufschlussreich finde.
Ergänzend zu den Überlegungen zu 1/7 ist mir noch eine Sache eingefallen, die möglicherweise bedeutsam sein könnte.
Neville, der tollpatschige, linkische Junge stellt sich gegen seine Freunde- ein Hinweis darauf, dass Wurmschwanz, dem ähnliche Attribute zugeschrieben werden können, sich gegen Voldemort bzw. die Todesser stellen könnte?
Neville wird für sein Handeln von Dumbledore belohnt, bei Wurmschwanz jedoch gehe ich davon aus, dass er dafür mit seinem Leben bezahlen wird. Nicht zuletzt deswegen, weil er Harry gegenüber eine nicht eingelöste Lebensschuld hat.
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17.03.2007 20:11 |
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Polaris
Schüler

Dabei seit: 21.01.2006
Herkunft: o,7 Grad vom Himmelsnordpol
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| Zitat: |
Original von Marisol
Neville, der tollpatschige, linkische Junge stellt sich gegen seine Freunde- ein Hinweis darauf, dass Wurmschwanz, dem ähnliche Attribute zugeschrieben werden können, sich gegen Voldemort bzw. die Todesser stellen könnte?
Neville wird für sein Handeln von Dumbledore belohnt, bei Wurmschwanz jedoch gehe ich davon aus, dass er dafür mit seinem Leben bezahlen wird. Nicht zuletzt deswegen, weil er Harry gegenüber eine nicht eingelöste Lebensschuld hat. |
Idee!
Vielleicht wird das Thema der "Freundschaft", das im ersten Band eine große Rolle spielte, indem Harry, Ron und Hermine zueinander fanden und Harry Draco Malfoys Freundschaftangebot ausschlug, in Band 7 auch noch in anderer Hinsicht wichtig, und zwar in dem Sinne, dass Harry lernt, echte und falsche Freunde zu unterscheiden, Kritik von seinen wahren Freunden (und insbesondere von Hermine!) anzunehmen und sich mit Draco Malfoy auszusöhnen (die beiden müssen ja nicht gleich dicke miteinander werden, nur wenigstens einen "Waffenstillstand" schließen).
__________________ Please don't attempt to stop continental drift on your own!
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18.03.2007 10:38 |
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Niffler unregistriert
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Ich denke/sage ja schon die ganze Zeit, dass die Bücher äußerst präzise und raffiniert aufgebaut sind. Und wenn sie doch eine gewisse Symmetrie haben, kann man schließlich auch gewisse Dinge und Gegebenheiten rekonstruieren ( auch wenn das nicht so einfach ist).
Bereits das Anfangsthema ist schon mit dem Ende der Reihe verknüpft :
Band 1 handelt von der Möglichkeit des ewigen Lebens ( Stein des Weisen ) und Band 7 schließt diesen Kreis mit der notwendigen Zerstörung der Horcruxe. Ich bin mir daher auch ziemlich sicher ,dass Harry überleben wird, denn wie heißt das erste Kapitel: " ein Junge überlebt " und das Voldemort " ewiges Leben " auf welche Art auch immer zerstört werden wird.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Niffler: 18.03.2007 11:43.
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18.03.2007 10:57 |
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Bernhard Nowak
Schüler

Dabei seit: 26.08.2004
Alter: 46
Herkunft: Rödermark
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Ich möchte nochmals auf den Aufsatz von Alexism hinweisen, der im Thread: Eine Theorie besagt: Die Handlung aller 7 Bände steht bereits im ersten Band die alchemistische Deutung der Harry-Potter-Bände eingeführt hat und auch sagt, dass Voldemort das "Dunkle" in Harry verkörpert. Der Aufsatz ist m.E. auch heute noch - gerade unter der Thematik der Symmetrie der Bände - lesenswert. Der gesamte Aufsatz an einem Stück ist hier nachlesbar: Eine Theorie besagt: Die Handlung aller 7 Bände steht bereits im ersten Band auf S. 6 (Beiträge von Berenice).
In der Tat ist der Spiegel immer ein Mittel der Selbstfindung. Auch Taran im Prydain-Zyklus von Loyd Alexander muss sich finden (Taran und der Zauberspiegel), bevor er mit einem Zauberschwert (analog zum Schwert Gryffindor) den Voldemort des dortigen Zyklus, Arawn, vernichten kann, der sich übrigens - um der Vernichtung zu entgehen - kurz in eine Schlange verwandelt. Diesen Zyklus kennt Rowling bestimmt, denn er verwendet keltische Sagenmotive und einige Motive, die wir auch aus den Harry-Potter-Bänden kennen (so gibt es die Inferi, die dort "Kesselkrieger" heißen etc., eine Prophezeiung wird wichtig, es gibt dort auch einen Zauberer Dalben, der wie Dumbledore beschrieben wird, allerdings im Zyklus zwar im Hintergrund bleibt, jedoch nicht stirbt - obwohl er Mentor Tarans ist).
In jedem Fall dürfte die Spiegel-Thematik eine wichtige Rolle spielen: und es könnten ja auch zwei Spiegel sein, die in dieser Hinsicht von Bedeutung sein könnten: der Spiegel Nerhegeb und der Spiegel von Sirius, der - in Bezug auf Geister der Totenwelt - noch in Band 7 eine Rolle spielen könnte.
__________________ 'Wir lieben Menschen, die frei heraus sagen, was sie denken. Vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir' (Mark Twain)
"You have used me" (Severus Snape zu Albus Dumbledore)
Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert, zum letzten Mal von Bernhard Nowak: 18.03.2007 16:10.
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18.03.2007 15:58 |
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Polaris
Schüler

Dabei seit: 21.01.2006
Herkunft: o,7 Grad vom Himmelsnordpol
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Ich habe Rowiling anfangs tatsächlich nicht geglaubt, dass sie ein abgeschlossenes Konzept für all ihre sieben Bücher habe - ich hielt diese Aussage für eine clevere Marketingstrategie, um den Erfolg der ersten Bände auszunutzen und die Geschichte weiter auszuwalzen, so wie das einige andere populäre Autoren vorgemacht haben.
Leider kommen diese "angehängten" Bücher dann nie zu Potte und lassen den Leser mit immer neuen offenen Enden und angerissenen Handlungssträngen im Regen stehen, damit der Autor ggf. einen weiteren Band anhängen kann, wenn die Verkaufszahlen stimmen ... Aber schon Goethe bemerkte zu recht, "getretner Quark wird breit, nicht stark", und ich habe mir abgewöhnt, mich durch endlose Fortsetzungen zu lesen, deren Qualität rapide abnimmt, weil dem Autor die Ideen ausgehen und er sich im Namen des Umsatzes selbst plagiiert.
Ich denke, dass JKR die HP-Reihe in der Tat sorgfältig geplant hat und sogar auf ein in der Jugendliteratur ungewöhliches Ende hinsteuert. Sie selbst bemerkte in einem Interview, dass einige das Ende hassen, andere es lieben werden ...
Auch wenn diese Aussage natürlich auf typisch Rowlingsche Art alles und nichts verrät, so ist doch klar, dass sie sich durch große Teile der englischsprachigen Literatur gelesen hat, und zwar nicht nur durch die Jugendliteratur.
JKR wird beim Lesen wohl kaum an der Paradedisziplin berümter britischer Autorinen, nämlich Agatha Christie und Dorothy Lee Sayers - dem klassischen Kriminalroman - vorbeigekommen sein, und darum stelle ich hier meine These bezüglich dieser Einflüsse nochmals vor (ich habe die Idee schon in einem anderen Forum gepostet habe, einigen wird sie darum bekannt vorkommen):
JKR hatte nach eigenen Angaben einen groben Plot-Masterplan, bei dem sie jetzt nur noch die losen Fäden verstopfen und die noch offenen Konflikte im Sinne der Prophezeiung auflösen muss, ohne dass Harry, die Identifikationsfigur des meist jugendlichen Lesepublikums, zum Mörder wird. So weit, so gut - nicht wirklich aufregend und absolut nicht innovativ, denn alle Jugendliteratur endet damit, dass dem Leser ein mehr oder weniger versöhnliches Ende mit politisch korrekter Botschaft (z.B. Liebe besiegt alles) und hoffnungsvollem Ausblick auf die weitere Zukunft des Protagonisten als Identifikationsfigur geboten wird.
Neben dem Plot-Masterplan hatte JKR jedoch meiner Ansicht nach noch einen weiteren Plan, der in der Jugendliteratur einen Tabubruch darstellt, den meiner Kenntnis nach noch niemand vor ihr gewagt hat, der es ihr wahrscheinlich anfangs schwer machte, einen Verleger zu finden (falls sie bereits in ihrem Exposé damit herausgeplatzt ist) und der - falls ich Recht behalten sollte - einigen Wirbel verursachen könnte.
Was haben Agatha Christie (die Schöpferin von Mrs. Marple und Hercule Poirot) und JKR gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel: Christie wurde zu Anfang des vorigen Jahrhunderts mit Kriminalromanen für Erwachsene berühmt, JKR schreibt fantastische Jugendliteratur der Gegenwart.
Trotzdem glaube ich, dass beide Schriftstellerinnen mehr verbindet als ihre Staatsbürgerschaft, Belesenheit und die klug versteckten Rätsel, deren Lösung am Ende jeden Buches auf die Spur des Übeltäters führen: Rowling und Christie verbindet der Mut, einen gezielten Tabubruch ihres Genres zu wagen!
Hierzu ein Zitat aus den Rezensionen des Hauses Amazon vom 24.7.2000, Rezensent: Craig Childs:
| Zitat: |
The Murder of Roger Ackroyd (dt. "Alibi"): The controversial book that made Agatha Christie famous
This is the book that made Agatha Christie famous. The ending created such controversy in 1926 that Christie was almost voted out of the famous London Detection Club (a tight-knit society of British mystery authors). Only the tie-breaking vote of the club president, Dorothy Sayers, kept her in.
The ending violated one of the cardinal rules of mystery novels (I won't tell which one), and was Christie's first best-seller. I promise -- you won't be able to guess the identity of the murderer! |
Dazu muss man wissen, dass der im Zitat erwähnte "Detection Club", ein Zusammenschluss berühmter englischer Kriminalschriftsteller/innen, für Mitglieder verbindliche Regeln für das Genre des Detektivromans aufgestellt hatte. Da die vollständige Auflistung hier zu weit führen würde, der Link für Krimifans.
Hier die Einführung und die nicht nur für Detektiv-, sondern auch für Jugendromane relevante Regel in Kürze:
| Zitat: |
THE DETECTIVE story is a kind of intellectual game. It is more -- it is a sporting event. And for the writing of detective stories there are very definite laws -- unwritten, perhaps, but none the less binding; and every respectable and self-respecting concocter of literary mysteries lives up to them. Herewith, then, is a sort Credo, based partly on the practice of all the great writers of detective stories, and partly on the promptings of the honest author's inner conscience. To wit:
...
4. The detective himself, or one of the official investigators, should never turn out to be the culprit. This is bald trickery, on a par with offering some one a bright penny for a five-dollar gold piece. It's false pretenses.... |
Bei Agatha Christies Roman „The Murder of Roger Ackroyd“ erweist sich die Person, aus deren Erzählperspektive die Geschichte geschildert wird, als der Täter. Christie verursachte mit der Veröffentlichung dieses Buches einen ziemlichen Wirbel, der beinahe zu ihrem Ausschluss aus der Kriminalschriftsteller-Vereinigung führte und "The Murder of Roger Ackroyd" Spitzenverkaufszahlen bescherte.
JKR schreibt nun aber keinen Kriminalroman, sondern ein Jugendbuch, und Harry Potter ist ein ganz normaler sympathischer und intelligenter Junge, die Identifikationsfigur der jungen Leser und damit denkbar ungeeignet, am Ende zum Mörder zu werden - und sei es nur dadurch, dass er Voldemort in Notwehr tötet. Diese Lösung verbietet sich von selbst, und der eigentliche Böse, nämlich Voldemort, ist für den jungen Leser eindeutig auszumachen.
Aber jetzt zu JKRs innovativem Schachzug: in den Büchern ist ja außer Lord Voldemort noch eine Figur, die den Lesern bisher durch alle Bücher hindurch als äußerst unsympathischer Zeitgenosse präsentiert wurde. Er verriet die Prophezeiung und ermöglichte so erst Tod der Potters, er trägt Mitschuld am Tode von Harrys Paten Sirius und - um allem die Krone aufzusetzen – tötete er im letzten Buch Harrys letzte verbliebene Vaterfigur Albus Dumbledore. Diese Taten schreien ja geradezu nach Vergeltung! Gerade junge Leserinnen und Leser vertreten im Gegensatz zu den Älteren häufig den "Snape is evil"-Standpunkt, der im HBP sehr geschickt durch JKR ausgebaut wurde. Emotional ist für den unerfahrenen Leser die Situation eindeutig, entlastende Fakten werden übersehen, und damit ist für Harry und denjenigen Teil der Leser, die JKRs klug aufgebauter Strategie auf den Leim gehen, Severus Snape der Bösewicht, mit dem der Leser kein Mitleid empfinden würde, falls dieser gequält oder getötet wird.
eine ganz persönliche Anmerkung:
Ganz ehrlich: bei der grässlichen Dolores Umbridge empfinde ich auch heimliche Freude über eine möglichst fiese Strafe für die alte Kröte... Da bin ich JKR in die emotionale Falle getappt ...
Sollte sich in Band 7 Lord Voldemort - für den jugendlichen Leser unerkannt - erfolgreich als charismatischer Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste und Harrys neue Freundes/Vaterfigur etablieren, passiert genau das, was Harry – mit ihm ein Großteil der Leser - Severus Snape vorwerfen: Sich durch den Dunklen Lord und seine Künste verführen zu lassen.
Aber es kann noch dicker für Harry/den von JKR durch die Erzählperspektive eingewickelten Leser kommen: Snape und Harry müssen irgendwann aufeinander treffen. Obwohl Harry gegen Snape eigentlich keine Chance hat (wie bei Snapes Fluch deutlich wurde), könnte ja eins von JKRs Wundern geschehen und Harry triumphiert (möglicherweise mit Voldemorts Hilfe) über seinen zutiefst verhassten ehemaligen Lehrer, den er „inzwischen nicht weniger hasst als Voldemort selbst“. Was liegt näher, als das sich Harry/der Leser endlich für den Tod der Eltern, des Paten und Dumbledores sowie der vielen im Unterricht erlittenen Demütigungen an dem wehrlosen Gefangenen Snape rächen will? De facto wird damit von Harry/dem Leser ein Unschuldiger verurteilt ...
Die kalkulierte Verführung eines unkritischen jugendlichen Lesers - der es gewohnt ist, auf die moralische Integrität der Identifikationsfigur vertrauen zu dürfen - zur Verfolgung einer falschen emotionalen Spur hin stellt einen literarische Falle dar, die jedenfalls mir persönlich in der Jugendliteratur bisher unbekannt ist.
Harry würde sich, wenn er seinen Vorurteilen und den von JKR geschickt hervorgerufenen Hassgefühlen folgt – und stellvertretend mit ihm der junge Leser – schuldig machen an Folterung und/oder Mord am unschuldigen Severus Snape, falls JKR die Situation nicht rechtzeitig auflöst (weshalb dieses Aufeinandertreffen der Gegner Harry/Snape wohl das letzte Kapitel sein und Voldemort ebenfalls anwesend sein wird).
Diese Auflösung kann natürlich nur darin bestehen, dass Harry „Dumbledores Mann“ bleibt, den "Stein der Weisen" - sprich: Selbsterkenntnis - findet und Snape trotz seines Hasses verschont, wie er das einst mit Peter Pettigrew tat. Falls Voldemort bis dahin herausgefunden hat, dass Snape „Dumbledores Mann“ war (ohne das Harry/der Leser bis zu diesem Punkt davon erfahren), wird ihm Harrys Zurückhaltung gar nicht gefallen, denn Voldemort muss sicherstellen, dass der kluge und zaubermächtige Snape stirbt, wenn dieser sich nicht länger durch Voldemort beherrschen lässt.
Wie JKR nun diesen Konflikt Voldemorts und Harrys auflöst, kann ich nur vermuten. Ich denke, dass sich möglicherweise Harry, der selbst einst von seiner Mutter geschützt wurde, in dieser Situation zu der Erkenntnis von Voldemorts wahrem Gesicht durchringen kann (z.B. weil Voldemort hartnäckig auf Snapes Tod drängt und/oder sich besonders grausam verhält) und sich seinerseits schützend zwischen Snape und Voldemort stellt. So würde sich der Kreis des „Liebesschutzes“ schließen: Harry wurde beschützt und erweist sich als würdig, in dem er als Erwachsener selbst bereit ist, sein Leben für jemanden zu opfern - immerhin, Harry hat zwar James Aussehen, aber doch Lilys Augen ...
Natürlich hat der jungendliche Leser jetzt was dazugelernt: es ist buchstäblich kinderleicht, auf einen Verführer hereinzufallen, und genauso leicht, in selbstgerechtem Zorn an jemandem schuldig zu werden. Diese „Frucht vom Baum der Erkenntnis“, dass das Böse nicht an irgendwelchem albernen Zauberstabgefuchtel namens „Dunkle Künste“, der Zugehörigkeit zu einer Gruppe wie dem Haus der Slytherins oder einem unsympathischen Auftreten festgemacht werden kann, sondern in jedem von uns selbst steckt, ist genau das, was das Kind vom Erwachsenen unterscheidet.
JKRs Trick, durch die Erzählperspektive ihr meist junges Publikum emotional auszutricksen, wäre natürlich schon recht hinterhältig, und sie würde dafür ganz schön Kritik aus allen Ecken einstecken müssen. Agatha Christie hat ihren Tabubruch am erwachsenen Leserpublikum begangen, JKR „vergreift“ sich an hilflosen, manipulierbaren Kindern ...
Mir persönlich macht es nichts aus, falls meine Kinder auf JKRs Trick hereinfallen – früher oder später müssen sie ohnehin lernen, dass nicht überall, wo Nutella draufsteht, auch was Süßes drin ist. Darum ist und bleibt für mich HP ein geniales Stück Jugendliteratur - wie seht Ihr das?
Eure Polaris
EDIT: Link zu den Ergebnissen einer recht bald nach dem Erscheinen des "Halbblutprinzen" durchgeführten Umfrage "Steht Snape wirklich auf Voldemorts Seite?" auf Harry Potter Xperts, nach der seinerzeit nur ca. 1/3 der insgesamt 11503 Teilnehmer Snape für "gut" hielten:
Umfrageergebnisse auf Harry Potter xperts
In der Zwischenzeit hat sich der Trend, Snape für böse zu halten, umgekehrt, wie das Umfrageergebnis des Threads "Auf welcher Seite steht Severus Snape?" zeigt.
__________________ Please don't attempt to stop continental drift on your own!
Dieser Beitrag wurde 7 mal editiert, zum letzten Mal von Polaris: 18.03.2007 16:43.
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18.03.2007 16:33 |
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Manu

Schülerin

Dabei seit: 18.09.2006
Alter: 25
Herkunft: Hessen
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@ Polaris
Wirklich sehr interessante Ausführungen und ich sehe das im Grunde ähnlich. JKR ist eine Meisterin des Misleadings und es wäre ja nicht das erstemal, dass sie sich diese Mittels bedient...
Der obige Aufsatz ist in meine Augen ein weiteres Indiz dafür, dass Snape auf der guten Seite stehen muss.
In Band eins ist Harry fest davon überzeugt, dass Snape der Bösewicht ist und wir armen unwissenden Leser teilen seine Meinung, nur um am Ende (ebenso wie Harry) aus allen Wolken zu fallen, weil wir die falsche Person in Verdacht gehabt haben. Dabei gab es ja eigentlich genug kleine Hinweise, die einem beim ersten Lesen nur nicht aufgefallen sind...
Mit dem Ende von Band sechs und damit auch dem Beginn von Band sieben steht Harry im Grunde wieder am selben Punkt und ist fest davon überzeugt, dass Snape auf Voldemorts Seite steht. Die offensichtlichen Fakten bestätigen diese Ansicht und wieder einmal ist man geneigt, Harrys Sicht zu teilen und diverse kleine Hinweise zu übersehen. Es findet in gewisser Weise eine Wiederholung der Ereignisse aus Band eins statt, folglich müsste eigentlich auch am Ende von Band sieben die Erkenntnis Harrys stehen, dass Snape doch auf der guten Seite steht. Der einzige Unterschied ist diesmal nur, dass wir Leser auf eine solche Wendung besser vorbereitet sind, da die Erfahrung von sechs Bänden uns gelehrt hat, dass in der Welt von JKR nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint...
Schon erstaunlich, wie durchdacht die Bücher wirklich sind. Es ist schon für sich genommen eine ziemlich Leistung, die Handlungstränge derart komplex miteinandere zu verweben, wie wir es in den Harry Potter Bücher sehen, aber dann das Ganze noch in einen derartig symmetrischen Aufbau einzubetten ist im Grunde schlichtweg genial.
Liebe Grüße!
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"The greatest thing you´ll ever learn is just to love and be loved in return." (Moulin Rouge)
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Manu: 18.03.2007 20:12.
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18.03.2007 20:08 |
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Wetterwax

Schülerin

Dabei seit: 14.04.2004
Herkunft: Bad Ass, Lancre
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| Manu: |
In Band eins ist Harry fest davon überzeugt, dass Snape der Bösewicht ist und wir armen unwissenden Leser teilen seine Meinung, nur um am Ende (ebenso wie Harry) aus allen Wolken zu fallen, weil wir die falsche Person in Verdacht gehabt haben.
...
Es findet in gewisser Weise eine Wiederholung der Ereignisse aus Band eins statt, folglich müsste eigentlich auch am Ende von Band sieben die Erkenntnis Harrys stehen, dass Snape doch auf der guten Seite steht. |
Die meiner Meinung nach zweifeslfrei bestehende Symmetrie ist imho nicht immer ganz einfach einzuschätzen. Mal benutzt sie Parallelen, mal Spiegelbilder im etwas strengerem Wortsinn, bei denen die Wiederholung gewissermaßen nun seitenverkehrt ist. Fudge/Sirius im dritten und fünften Buch ist so ein Beispiel, die Malfoys und Dumbledores Abgang ein anderes.
Ich glaube es zwar nicht, aber es könnte sein, daß wir Snape mal wieder für den Bösewicht halten - und dieses Mal stimmt's.
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Neben den im oben zitierten Aufsatz genannten Parallen fallen mir noch einige andere ein. Oft sind es nur Kleinigkeiten, aber sie bestärken mich in meiner Meinung, daß JKR ihre Geschichte tatsächlich so aufgebaut hat.
2/6:
- Harry wird umworben, legt darauf aberr nicht sonderlich viel Wert: Creavy und das Ministerium
- Hauselfen: Befreiung/Inbesitznahme eines Hauselfen
- Schüler unter dem Einfluß von Vielsafttrank
- Hagrid und seine Verbindung zu Aragog
- Harrys große Loyalität zu Dumbledore
- Verschwindekabinett: im zweiten beschädigt, im sechsten repariert
- das vorläufig letzte Schuljahr ohne "Pflege magischer Geschöpfe" vs. das erste ohne dieses Fach
3/5:
- Ausbrüche aus Askaban
- einer, der in Ketten lag, bricht aus (Peter, Kreacher)
- Seidenschnabel: im dritten als Geretteter, im fünften als Retter
- Fortescue wird erwähnt
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Band 1 und 7:
Ich bin mir nicht so sicher, was ich von der Theorie, Voldemort werde sich als Lehrer in Hogwarts einschleichen, halten soll. Tatsache ist aber, daß SdW bisher das einzige Buch war, in dem er Hogwarts betreten hat. Das ist für mich ein jeißer Kandidat für eine weitere Symmetrie. Voldemort wird meiner Meinung nach irgendwann im Verlauf von DH Hogwarts betreten. Wann, für wie lange, und in welcher Form, da bin ich mir unsicher.
Weiterhin überrascht es mich nicht, daß JKR wiederholt angekündigt hat, wir würden mehr über Petunia erfahren. Das passt.
Im SdW erzählen die Dursleys Harry eine Geschichte, und zwar eine falsche (der angebliche Verkehrsunfall seiner Eltern) und halten seine Herkunft geheim. Im siebten werden sie (bzw. Petunia) Harry meiner Meinung nach erneut eine Geschichte erzählen: diese Mal eine wahre, offenbarende.
Godrics Hollow: Harry kommt im ersten Buch von GH zu den Dursleys, im siebten wird er wohl Wort halten und von den Dursleys nach GH aufbrechen
Hagrid: spannender als die Frage nach dessen Überleben finde ich die nach seiner Rolle im siebten Buch. Im ersten wurde er von Voldemort verführt und getäuscht...
Das ist meiner Meinung nach ein Handlungselement, welches mit auf die Liste möglicher Wiederholungen kann.
Hagrid ist außerdem für Harry ein Bindeglied zur Vergangenheit. Er kannte seine Eltern gut, war in Godrics Hollow und war derjenige, der Harry in die Zaubererwelt einführt.
Interessanterweise scheint Hagrid auch zu den wenigen zu gehören, die Snape vertrauen. Im SdW hat Hagrid größtenteils geschwiegen, im siebten wird er mE eine wichtige Informationsquelle sein.
Ich bin sehr gespannt, wo Hagrid Harry dieses Mal hinbringen wird; im ersten hat er ihn gleich zweimal gebracht (zu den Dursleys, in die magische Welt).
__________________ There'll never be anyone else for me. Now excuse me, I'm going to listen to The Cure.
Severus Snape in "Potterdammerung"
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19.03.2007 01:05 |
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Schätzelein

Schülerin

Dabei seit: 26.10.2006
Alter: 48
Herkunft: Essen
Themenstarter
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Nachdem ich vor ein paar Tagen einen längeren Beitrag beim Abschicken frustierenderweise in den Orbit gejagt habe, nun ein neuer Versuch.
Ich halte @ Polaris' Überlegung, dass JKR mit dem Ende der HP-Reihe einen Tabubruch begehen könnte, für sehr interessant!
Rein Friede, Freude, Eierkuchen, wie bei den "Fünf Freunden" (falls die hier noch jemand kennt), wird's bestimmt nicht geben. Eine finale und groß angelegte Nasführerei fände ich daher auch sehr reizvoll. Vorstellbar wäre unter diesem Aspekt für mich aber auch, dass JKR Harry tatsächlich "himmeln" könnte. (Wobei ich aber eher an eine andere Variante denke. S.u.)
@ Wetterwax
| Wetterwax: |
| Die meiner Meinung nach zweifeslfrei bestehende Symmetrie ist imho nicht immer ganz einfach einzuschätzen. Mal benutzt sie Parallelen, mal Spiegelbilder im etwas strengerem Wortsinn, bei denen die Wiederholung gewissermaßen nun seitenverkehrt ist. |
Wie wahr, wie wahr! Aber das macht das Puzzlen und Fährtensuchen doch umso reizvoller.
| Wetterwax: |
| Ich glaube es zwar nicht, aber es könnte sein, daß wir Snape mal wieder für den Bösewicht halten - und dieses Mal stimmt's. |
Nein, nein, nein! Nicht nur, weil ich es persönlich nicht hinnehmen wollen würde, sondern auch wegen der altbekannten Begründungen, was ein evil Snape für die Gesamtaussage der Reihe bedeuten könnte oder müsste.
Ich finde, die bislang zusammengetragenen Entsprechungen sind schon sehr schöne Belege für die Symmetrie der Bände. Deshalb noch einige spekulative Ergänzungen in Bezug auf Band 1/7:
Der Abstieg in die Unterwelt:
In Band eins muss Harry an Fluffy vorbei in die "Unterwelt" absteigen. Einen ähnlichen Abstieg, allerdings in "gesteigerter" Form, erwarte ich auch für Band sieben. Harry wird auch hier einen Ausflug in eine "Unterwelt", vielleicht sogar ins Totenreich machen.
Harrys (vermeintlicher) Tod:
In Band eins hielt DD Harry "einen schrecklichen Moment lang" für tot. Ich glaube fest, dass uns dies auch in Band sieben erwartet. Auch wir werden Harry eine gewisse Zeit lang, (aber wahrscheinlich viel, viel länger als nur einen schrecklichen Moment lang) für tot halten. Ob JKR den Tabubruch begeht und den Helden einer Jugendbuchreihe tatsächlich "mordet", bleibt abzuwarten. Dies wäre dann die symmetrische, aber sehr drastische Weiterführung des Motivs aus dem ersten Band.
Für wahrscheinlicher halte ich allerdings, dass JKR zum "Wiederauferstehungsmotiv" greift. (JKR soll ja bestätigt haben, dass in Band sieben religiöse Motive eine Rolle spielen werden. Dies wäre eine Möglichkeit.) Nicht zuletzt glaube ich aber daran, weil zur klassischen Reise des Helden auch der Abstieg in die Unterwelt dazugehört. Erst wenn alles verloren ist, erst wenn der Held durch die tiefste Hölle seiner Persönlichkeit gegangen ist und alles geläutert wurde, kann er die echte und pure Selbsterkenntnis erlangen und wieder zum Tageslicht/ins Leben aufsteigen. Und da die Selbsterkenntnis Harrys wohl unbestritten das Ziel der Reihe ist, wird auch Harry diesen "Gang durch die Unterwelt" antreten müssen. Aber dann muss er auch wieder auftauchen, denn sonst wäre die Botschaft: Die Suche nach Selbsterkenntnis gut und schön. Aber: Viel Ärger, viel Schmerzen und am Ende - einfach tot?? Wat'n Scheiß!! Da such ich mir doch lieber ein anderes Hobby ...
__________________ "When too perfect, lieber Gott böse."
Nam June Paik

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Schätzelein: 25.03.2007 16:35.
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25.03.2007 16:30 |
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Manu

Schülerin

Dabei seit: 18.09.2006
Alter: 25
Herkunft: Hessen
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@Wetterwax
Okay, ich räume gerne ein, dass meine Schlussfolgerung Snape müsse aufgrund der Symmetrie zwangsläufig gut sein, in dieser Absolutheit doch ein bißchen übereilt war, aber auffällig ist schon die Symmetrie zischen Band 1 und Band 7, dass Snape jeweils für den "Bösewicht" gehalten wird... Auch wenn ein großer Teil von mir fest davon überzeugt ist, dass Snape gut sein muss, gibt es auch in meinem Hinterköpfchen ein Stimmchen, dass mir manchmal ganz leise zuflüstert: "Snape muss doch böse sein, denn das wäre die gößere Überraschung. JKR hat uns diesmals andersrum getäuscht..." So ganz ausschließen tue ich die Möglichkeit eines "evil Snape" daher nicht.
Bzgl. Snape ließen sich natürlich auf der Grundlage dieser Symmetrie noch weitere Spekulationen anstellen:
Die letzte Aufgabe, bevor Harry im SdW auf Voldemort trifft wurde von Snape gestellt. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Konfrontation Harry - Snape in ziemlicher Nähe zur Konfrontation Voldemort - Harry stattfinden wird, wenn nicht sogar unmittelbar davor.
Snape hat Harry im SdW bereits in einem früheren Stadium das Leben gerettet, ohne das dieser etwas davon gemerkt hat. Etwas ähnliches haben wäre gut auch im siebten Band denkbar: Snape als heimlicher Helfer Harrys.
Ich bin schon sehr sehr espannt drauf, wie die Parallelen letzlich aussehen werden...
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"The greatest thing you´ll ever learn is just to love and be loved in return." (Moulin Rouge)
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Manu: 25.03.2007 17:21.
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25.03.2007 17:19 |
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kathi89

Schülerin

Dabei seit: 03.12.2006
Alter: 20
Herkunft: Bayerischer Wald
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@Manu: Ich denke nicht, das es auf einen evil Snape hinauslaufen wird.
Das wäre sicherlich die größere Überraschung, as aber daran liegen könnte, dass wir diesmal alle die versteckten Hinweise richtig gedeuted haben, den die offensichtlichen deuten ja auf einen evil Snape hin. --> genauso wie im ersten Band, womit wir wieder bei der Symmetrie wären!
Zu der Aufgabe Snapes im SdW:
Eine weitere Parallele könnte dann auch sein, dass es Hermine mit ihren logischen Fähigkeiten ist, die Harry auf den richtigen Weg bringt.
Sie verrät ihm ja die richtige Flasche auf deren Inhalt er vertrauen muss, um durch das Feuer zu Voldemort zu kommen.
Vielleicht ist es im 7. ähnlich, nur eben im übertragenen Sinn?
Vielleicht ist es Hermine, die Harry den wichtigen Hinweis darauf gibt, auf wen er vertrauen muss (-->Snape?)
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Jedes Ding hat drei Seiten:
Eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine,
die wir beide nicht sehen.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von kathi89: 25.03.2007 17:33.
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25.03.2007 17:33 |
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Manu

Schülerin

Dabei seit: 18.09.2006
Alter: 25
Herkunft: Hessen
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Ich sage ja auch nur, dass ein klitzekleiner, ganz winziger Teil von mir einen "evil snape" in Erwägung zieht, auch wenn meine Überzeugung eine andere ist... Denn wenn man sich eins bei Harry Potter sicher sein kann, dann ist es, dass nichts sicher ist und man immer mit einer überraschenden Wendung rechnen muss.
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"The greatest thing you´ll ever learn is just to love and be loved in return." (Moulin Rouge)
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25.03.2007 17:41 |
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